Apr 12 2009
Aal – Fischlehrpfad
Auf dem schlangenförmigen Körper bilden Rücken-, Schwanz- und Afterflosse einen Flossensaum, die Bauchflosse fehlt. Zähnchen sitzen im Kiefer und Gaumen des oberständigen Mauls. Der Rücken ist dunkelgrau, dunkelbraun oder grünlich, die Bauseite gelblich. Die dicke Haut ist mit winzig kleinen Schuppen bedeckt und einer starken Schleimschicht umgeben. Bemerkenswert ist der feine Geruchssinn, der dem eines Drogenspürhundes gleichkommt.
Aus der Saragossosee, südlich der Bermudas und östlich von Florida (USA), lassen sich die durchsichtigen, Weidenblattlarven (geschlüpfte Aale) während 3 Jahren vom Golfstrom an die Küsten Europas treiben. Als sogenannte Glasaale von zunächst 7cm Länge ziehen sie schwarmweise stromaufwärts bis in die Forellenregion (reines und Sauerstoffreiches Wasser) und wandeln sich dabei zum Spitz- oder Breitkopfaal in allen stehenden oder fließenden Gewässern. Dabei pigmentieren sie und erhalten ihr späteres Aussehen. Mit 30cm Länge wird er zum Standfisch, der im Notfall 80% seines Sauerstoffbedarfs durch die Haut decken kann.
Wenn nach 12-15 Jahren der Fettgehalt 25 – 30% des Körpergewichtes erreicht hat, wandert er als Blankaal mit silbriger Bauchunterseite zwischen August und Oktober flussabwärts und ohne Nahrungsaufnahme, von seiner Fettreserve zehrend, an seinen Geburtsort. Dabei wandelt er seine inneren Organe in Sexualorgane um. Nach dem Ablaichen stirbt der Aal in großer Tiefe (ca. 5000m).
Die Männchen erreichen bei einer Durchschnittslänge von 50cm ein Gewicht von 300g, die Weibchen dagegen 100cm (maximal 150cm lang und bis zu 6000g schwer).
Die Nahrung des Spitzkopfaales besteht aus Wirbellosem, der Breitkopfaal (Raubaal) frisst größere Wirbellose, Schnecken, kleine Fische, Frösche und Krebse, während deren Häutung. Beide Aale sind starke Laichräuber, fressen aber entgegen landläufiger Meinung kein Aas.
Als Köder werden auf Grund Tauwurm, kleine tote Köderfische, Muschelfleisch und Leberstreifen angeboten. Der Aal ist nachtaktiv. Tagsüber versteckt sich der Fisch in Schlammbänken oder zwischen Wasserpflanzen und Baumwurzeln. Nachts jagt und wandert der Aal auch über taunasse Wiesen sogar in stehende Gewässer.
Glasaale und Besatzaale wurden in den letzten Jahren knapp und daher sehr teuer, weil einerseits in westeuropäischen Ländern die Glasaale als Delikatesse in großen Mengen konsumiert und verzehrt werden und andererseits der vermutlich aus Südostasien mit Besatzaalen eingeschleppte Blasenwurm sehr viele laichfähige Fische in der Schwimmblase befällt und deren Tod vor dem Ablaichen durch Abschwächen herbeiführt. Zudem wird es durch Einbauten in den Flüssen immer schwieriger sein Laichgebiet auch wieder zu erreichen.
Am Niederrhein kommt der Aal allerdings noch recht zahlreich vor, wenn auch die schweren Aale fast ganz fehlen.
Als Köder dienen Tauwurm, kleine Köderfische, Fischfilets, Krebsfilets, aber auch Käse.
- Flussbarsch – Fischlehrpfad
- Karpfen – Fischlehrpfad
- Zander – Fischlehrpfad
- Karausche – Fischlehrpfad
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